Lange auf Augenhöhe mit dem Tabellenführer – Löwen-Zweite unterliegt Westfalia Wickede mit 3:6

Unsere zweite Mannschaft musste sich am Sonntag beim bislang ungeschlagenen Tabellenführer BV Westfalia Wickede mit 3:6 (1:1) geschlagen geben. Das deutliche Endergebnis spiegelt allerdings nur bedingt den Spielverlauf wider. Über 70 Minuten lieferte die Mannschaft von Trainer Christopher Blum einen leidenschaftlichen Kampf, ging gleich dreimal in Führung und brachte den Spitzenreiter immer wieder in Schwierigkeiten. Erst in der Schlussphase kippte die Begegnung zugunsten der Gastgeber.

Wozniak bringt die Löwen in Führung

Unsere Zweite zeigte von Beginn an, dass sie sich beim Tabellenführer keineswegs verstecken wollte. Mit viel Einsatz, einer guten spielerischen Struktur und mutigen Offensivaktionen hielten unsere Löwen gegen die bislang makellose Mannschaft aus Wickede dagegen.

In der 19. Spielminute belohnte sich das Team für seinen engagierten Auftritt. Pawel Lukasz Wozniak brachte unsere Löwen mit 1:0 in Führung.

Die Gastgeber antworteten in der 32. Minute durch Ali Hindir Dinler, der zum 1:1 ausglich. Trotz des Gegentreffers blieb unsere Mannschaft konzentriert und hielt die Begegnung offen. Mit dem Unentschieden ging es schließlich in die Halbzeitpause.

Dreimal geführt – Wickede antwortet immer wieder

Auch nach dem Seitenwechsel erwischten unsere Löwen den besseren Start. In der 53. Minute traf Max Leonardt Marquard zum 2:1 und brachte unsere Mannschaft erneut in Führung.

Doch nur vier Minuten später gelang den Gastgebern durch Hamza Belabbes (57.) der Ausgleich.

Unsere Zweite ließ sich davon nicht beeindrucken und schlug erneut zurück. Dario Mothes sorgte in der 62. Spielminute mit seinem Treffer zum 3:2 für die dritte Löwen-Führung des Tages.

Wieder dauerte es allerdings nur wenige Augenblicke, bis Wickede antwortete. Bjoern Duve (64.) stellte auf 3:3.

Damit hatten unsere Löwen innerhalb von gut zehn Minuten zweimal vorgelegt, mussten aber jeweils kurz darauf den Ausgleich hinnehmen.

Foto: Sebastian Rust / sebastianrust.media

In der Schlussphase fehlen die Kräfte

Bis weit in die zweite Halbzeit hinein hatte unsere Mannschaft dem Tabellenführer alles abverlangt. Doch der hohe Aufwand machte sich mit zunehmender Spielzeit bemerkbar.

In der 75. Minute brachte Emanuel Lucau die Gastgeber erstmals mit 4:3 in Führung. Unsere Löwen versuchten daraufhin noch einmal alles, um die Begegnung zu drehen.

Die Mannschaft öffnete zunehmend die Räume und bereitete eine taktische Umstellung vor. Doch bevor diese umgesetzt werden konnte, erhöhte Lukas Lüdtke (90.) auf 5:3. Damit wurde die geplante Umstellung hinfällig.

Ebenfalls in der 90. Minute sorgte Levi Grothe nach einem individuellen Fehler für den 6:3-Endstand.

Eine deutliche Niederlage, die angesichts des Spielverlaufs und der Leistung über weite Strecken besonders bitter ausfiel.

Christopher Blum: „Bis zur 70. Minute haben wir einen riesigen Fight abgeliefert“

Trainer Christopher Blum war nach der Begegnung enttäuscht über das Ergebnis, fand aber gleichzeitig viele positive Worte für den Auftritt seiner Mannschaft.

„Bis zur 70. Minute haben wir ein Riesenspiel gemacht und einen riesigen Fight abgeliefert. Am Ende fehlen uns dann die Kraft und die Klarheit, um so ein Spiel nach Hause zu bringen.“

Besonders ärgerlich war für Blum, dass sich seine Mannschaft die Vorteile immer wieder selbst erarbeitete, diese jedoch nicht dauerhaft behaupten konnte.

„Wir erarbeiten uns unsere Führungen richtig gut und mit viel Aufwand. Wir machen ein super Spiel, aber momentan ist es fast wie ein Geist, der über uns schwebt. Wir kommen in Führung und knicken anschließend wieder ein. Das war schon gegen Kirchderne und Derne so. Unser Problem ist aktuell, dass wir die Spiele nicht entscheiden.“

Trotzdem sah der Trainer gerade im spielerischen Bereich einen deutlichen Fortschritt.

„Heute haben wir spielerisch richtig gut mitgehalten. Jeder, der auf dem Platz stand, hat sein Bestes gegeben, sich voll reingehauen und versucht, einem ungeschlagenen Tabellenführer, der bisher alles gewonnen hat, alles abzuverlangen. Und das haben wir bis zur 70. Minute richtig gut hinbekommen.“

„Das Ergebnis ist am Ende einfach zu hoch“

Während unsere Löwen mit zunehmender Spielzeit an Kraft verloren, behielten die Gastgeber in den entscheidenden Situationen die nötige Ruhe und Konsequenz.

„Wickede hat am Ende die Klarheit behalten. Wir haben noch einmal alles versucht und aufgemacht. Kurz bevor wir taktisch umstellen wollten, kassieren wir das 5:3. Damit war die Umstellung hinfällig, weil wir plötzlich zwei Toren hinterherlaufen mussten statt nur einem. Dann fällt nach einem individuellen Fehler auch noch das 6:3.“

Für Blum fiel das Ergebnis deshalb deutlich zu hoch aus.

„Wir haben wieder einen Schritt in die richtige Richtung gemacht. Natürlich ist das Ergebnis am Ende bitter und aus meiner Sicht zu hoch. Aber die Jungs haben bis zur 70. Minute richtig gut gespielt. Auf diese Leistung können sie und auch wir als Trainerteam stolz sein.“

Mund abwischen und weitermachen

Auch wenn unsere Zweite am Ende ohne Punkte die Heimreise antreten musste, zeigte die Begegnung beim Tabellenführer, welches Potenzial in der Mannschaft steckt.

Dreimal gingen unsere Löwen in Führung, spielten mutig nach vorne und hielten gegen einen bislang ungeschlagenen Gegner lange auf Augenhöhe mit. Was weiterhin fehlt, ist die nötige Konsequenz, um solche Spiele auch über die volle Distanz erfolgreich zu gestalten.

Für Christopher Blum ist deshalb klar, worauf es jetzt ankommt:

„Mund abwischen und weitermachen. Die Jungs haben bis zur 70. Minute richtig gut gearbeitet. Darauf können wir aufbauen.“


BV Westfalia Wickede – Dortmunder Löwen Brackel 61 II 6:3 (1:1)

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